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Welche Programme braucht es, damit die Verbindung läuft?

Wenn das Kabel eingesteckt ist und die richtigen Einstellungen vorgenommen worden sind, ist die geräteabhängige Arbeit bereits getan. Doch ohne Programm, das die Kommunikation übernimmt, läuft natürlich nichts. Die einfachste Möglichkeit der Verbindung geht allein über Systembefehle. Unter dem altbewährten MS-DOS war es möglich, auf dem einen Rechner den Befehl COPY COMx: Datei.erw einzugeben, auf dem andern Rechner danach COPY Datei.erw COMx: (wobei Datei.erw der Name der zu übertragenden Datei und x die Nummer der jeweils verwendeten seriellen Schnittstelle ist). Sofern die Betriebssysteme entsprechende Kopierbefehle zur Verfügung stellen, funktioniert dies auch heute noch. Einen Windows 9x bzw. WindowsNT/2000/ME Rechner muss man allerdings unter reinem DOS betreiben, damit das auch garantiert funktioniert. Unter UNIX und anderen Betriebssystemen sieht die Sache wieder je verschieden aus. Obwohl die genannte Methode vorsintflutlich anmutet, gibt es noch einige Kommunikationsprogramme, die von dieser betriebssysteminternen Kopierfunktion Gebrauch machen, um sich von einem Rechner selbst auf einen zweiten zu übertragen, auf dem sie noch nicht installiert sind, zu dem mit ihnen aber eine Verbindung aufgebaut werden soll! Eine bessere und überall anwendbare Möglichkeit besteht in der Nutzung eines Terminalprogramms. Ein Terminalprogramm dient eigentlich der Ansprache einer Mailbox über Modem und Telephonleitung. Doch das Null-Modem-Kabel stellt eine solche Verbindung ja zur Verfügung, ohne dass Telephonkosten anfallen. Auf beiden Rechnern müssen die Terminalprogramme gestartet werden, die richtigen Anschlusseinstellungen müssen eingestellt werden, sodann muss eines der beiden Programme das andere »anrufen«. Statt einer Telephonnummer muss der serielle Port angesprochen werden. Unter dem zu Windows gehörigen Hyperterminal muss man z. B. »serielles Nullmodemkabel an COMx:« einstellen. Sobald nun die beiden Programme Verbindung aufgenommen haben, erscheint jede Eingabe auf dem einen Terminalprogramm auch im Fenster des andern. Austausch von Dateien ist unter Verwendung der »Senden« Funktion möglich, wobei das Übertragungsprotokoll ZMODEM den Vorzug im Hinblick auf Funktionalität, Sicherheit und Geschwindigkeit verdient. Eine solche Terminalverbindung kann man auch zwischen Rechnern mit unterschiedlichsten Betriebssystemen aufbauen. Eine praktische Möglichkeit, mehrere IBM-kompatible Rechner zu verbinden, bietet das Programmpaar Interserver/Interlink, das zum Lieferumfang der letzten MS-DOS-Versionen gehörte. Auf der Windows95-CD-ROM war es ebenfalls vorhanden, und zwar im Ordner Olddos. Gegebenenfalls lässt sich das Paket Olddos auch aus dem Internet laden, von einer Windows95-CD-ROM oder einem alten MS-DOS kopieren. Seit Windows98 wird es leider nicht mehr ausgeliefert. Unter MS-DOS, Windows 3.x und Windows9x lässt es sich problemlos ausführen. Ein Rechner muss als Server definiert werden, der die Dateien dem andern Rechner zur Verfügung stellt. Dies erreicht man durch Ausführen des Programms INTERSVR.EXE. Der andere Rechner greift als Gast auf den Server zu. Beim Starten muss das Programm INTERLNK.EXE auf ihm als Treiber in der CONFIG.SYS definiert sein, zum Herstellen der Verbindung muss das Programm noch einmal als normales Programm ausgeführt werden. Sodann kann der andere Rechner mit den normalen Befehlen angesprochen werden, auch Druckerumleitung ist möglich, die langen Dateinamen von Windows9x werden unterstützt und die Geschwindigkeit ist sehr hoch. Es empfiehlt sich, einen Windows9x-Rechner zum Gast zu machen, weil dann die gesamte Unterstützung des graphischen Desktop genutzt werden kann. Unter WindowsNT/2000/ME läuft das Programmpaar leider nicht. Unter Windows9x und WindowsNT/2000/ME kommen andere Programme zur Anwendung. Windows9x bietet die »PC-Direktverbindung«. Diese muss einmal installiert werden, danach bedarf es nur noch der Konfiguration. Bei verschiedenen Windows9x-Versionen kann es vorkommen, dass die Versionen des Programms nicht zusammenpassen. Dann lässt sich die neuere Version des einen Rechners mittels Diskette auf den andern kopieren, womit das Problem gelöst sein sollte. Um die Verbindung herzustellen, muss PC-Direktverbindung gestartet werden. Auf dem einen Rechner muss »Host«, auf dem anderen »Gast« gewählt werden. Zwei Gäste oder zwei Hosts können nicht miteinander kommunizieren. Falls Softwarekomponenten fehlen oder Einstellungen nicht richtig sind, weist das Programm darauf hin. Zur korrekten Verbindung sind folgende Komponenten und Einstellungen nötig: DFÜ-Netzwerk muss installiert sein, ebenso die Freigabe für Netzwerke, und auf dem Host muss mindestens ein Ordner freigegeben sein. Als Protokoll für die Übertragung muss NetBEUI oder IPX/SPX eingestellt sein. TCP/IP (Internetprotokoll) würde zwar auch gehen, aber dann müssten zwei korrekte IP-Adressen eingestellt werden, was Probleme beim Internet-Zugang ergäbe, da bei Wählverbindungen keine festen IP-Adressen erlaubt sind. Das gewählte Übertragungsprotokoll muss sodann an das DFÜ-Netzwerk gebunden sein. Die Anschlusseinstellungen müssen übereinstimmen. Die beiden Rechner müssen der gleichen Arbeitsgruppe im Netzwerk zugeordnet sein und zwei verschiedene Rechnernamen aufweisen. Im Verkehr von WindowsNT/2000/ME übernimmt der Remote Access Service (RAS), den es auch schon unter Windows 3.x für Workgroups gibt, die Aufgaben der PC-Direktverbindung. Ansonsten sind aber beide Programme kompatibel. Da unter WindowsNT und seinen Derivaten strengere Sicherheitsbestimmungen gelten, muss ein Windows9x-Rechner zuerst als Netzwerkteilnehmer angemeldet werden und einen Account erhalten haben, ansonsten kommt zwar die Verbindung zustande, gibt aber keine Daten frei. Am einfachsten ist es daher, wenn die WindowsNT-Seite die Windows9x-Seite anruft, weil sich dabei das Sicherheitsproblem nicht stellt. Ansonsten funktioniert die Konfiguration entsprechend, ausser dass nicht bei allen Übertragungsgeschwindigkeiten auch tatsächlich eine Verbindung zustande kommt. Es liegt hier ein Fehler in den WindowsNT-Innereien vor. Eine weitere Möglichkeit der seriellen Verbindung liegt darin, sich besondere Programme zu beschaffen, die über serielle Verbindungen kommunizieren können, etwa LapLink, Puma TranxIt u. dgl. Diese bieten jedoch - im Gegensatz zur Direktverbindung bzw. dem RAS - nicht eine Netzwerk-artige Verbindung, sondern eher eine Terminal-artige.


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Axel Mueller 2002-01-01