Rein theoretisch können am Druckeranschluss bzw. parallelen
Anschluss heute auch mehrere Geräte gleichzeitig betrieben
werden. An den meisten Geräten wie Scanner (sofern es sich
noch um einen Scanner mit parallelem Anschluss handelt und nicht
um einen USB-Scanner), externe Laufwerke wie ZIP-Drive, externe
Festplatte usw. leiten den Drucker-Anschluss durch, sei es über
einen speziellen Stecker, dessen eine Seite auf den Druckeranschluss
am PC passt, dessen andere Seite jedoch einen Ausgang aufweist,
an den ein weiteres Gerät angeschlossen werden kann, sei es
über einen am Gerät angebrachten eigenen Ausgang. Damit lassen
sich theoretisch bis zu 256 Geräte nacheinander anschliessen
- rein theoretisch. In der Praxis ist dies häufig nicht der
Fall, weil nicht alle Geräte und Rechner die Spezifikationen
ganz genau erfüllen, Störungen oder schlicht Nichtfunktion
sind leider beinahe schon die Regel. Scanner und Drucker oder
externes Laufwerk und Drucker gehen eher noch problemlos zusammen,
aber je mehr Geräte angeschlossen werden, desto eher treten
Probleme auf. Voraussetzung, dass es funktionieren kann, ist,
dass alle beteiligten Geräte auf die oben bereits erwähnte
Spezifikation EPP bzw. ECP eingestellt sind. Dass sie diese
Spezifikation erfüllen, genügt allein nicht, sondern diese
muss auch in den Geräteeinstellungen aktiviert sein. Wenn Geräte,
von denen die einen EPP, die andern ECP unterstützen, zusammengeschlossen
werden, dann können ebenfalls Störungen auftreten, und es
muss dafür gesorgt werden, dass alle Geräte die gleiche Spezifikation
aktivieren; dies ist dann meistens die ältere Version EPP.
Bei reinen ECP-Geräten klappt es am ehesten. Gleichzeitiges
Zugreifen auf das parallele Kabel ist jedoch nicht möglich.
Es kann immer nur ein Gerät in einer Richtung senden, das aber
durchaus schnell. Durch ein Steuersignal und eine Adresse, die
nachfolgt, kann jeweils umgestellt werden, welches Gerät am
Senden ist. Die Adresse wird übrigens automatisch vergeben,
indem das erste an den PC angeschlossene Gerät die niedrigste
Adresse erhält und alle weiteren Geräte je eine höher.
So kann nun durch abwechslungsweise Umstellung der aktiven Adresse
jedes Gerät reihum aktiviert werden, und es entsteht dann so
etwas wie scheinbare Gleichzeitigkeit der Benutzung des parallelen
Anschlusses durch alle Geräte. Nur sinkt dabei die Geschwindigkeit
jedes Gerätes, das aktiv ist, erheblich. Das grosse Problem
liegt nun aber darin, dass manche Geräte sich während der
ganzen Dauer, da sie angeschlossen sind, den parallelen Anschluss
reservieren. Drucker oder Scanner werden normalerweise vom PC
aus aktiviert und sperren den Anschluss nur, solange der Rechner
ihn benutzt, um ihnen mitzuteilen, was sie tun sollen, oder wenn
sie Antworten zurückgeben (beim Drucker Statusmeldungen, beim
Scanner natürlich das Bild). Sonst jedoch bleibt der parallele
Anschluss frei für jedes Gerät, das senden will. Anders verhalten
sich jedoch manche externe Laufwerke, die den Anschluss, sobald
sie eingeschaltet sind, für sich blockieren. Dann kann das
Wechselspiel mit verschiedenen Geräten natürlich nicht funktionieren.
Und leider verhalten sich die Kommunikationsprogramme, die den
Datenverkehr zwischen zwei Rechnern über paralleles Kabel abwickeln,
sehr oft genauso. Die Dokumentation zum Programm WindowsCommander
gibt das z. B. offen zu. Sobald das Programm die Verbindung hergestellt
hat, können keine anderen Geräte mehr den parallelen Anschluss
benutzen, bis die Verbindung wieder beendet ist. Bei anderen
Programmen ist dies zwar nicht immer dokumentiert, aber leider
genauso. Wer es dennoch versuchen will, sollte folgende Grundsätze
zur Anordnung der Kabel beachten: Wenn mehrere Geräte hintereinander
geschaltet werden, dann müssen diese alle durch normale
Drucker/Scanner-Kabel verbunden werden. Nur die Verbindung zwischen
dem letzten Gerät und dem zweiten PC muss aus einem gekreuzten
Verbindungskabel bestehen. Das ergibt das Schema PC 1 - normales
Kabel - Gerät 1 - normales Kabel - Gerät 2 - normales Kabel...
- letztes Gerät - gekreuztes (Link-) Kabel - PC 2. Es darf
jeweils nur eine Kreuzung der Leitungen auf der ganzen Strecke
zwischen den beiden verbundenen Rechnern geben, denn wenn es
zwei Kreuzungen gibt, ergibt sich wieder ein normales Kabel,
über das keine Verbindung zustande kommt, ja das unter Umständen
elektrische Beschädigungen herbeiführen kann! Alle Geräte
am parallelen Anschluss müssen über normale Kabel angeschlossen
werden, weil sonst keine Verbindung zu ihnen aufgenommen werden
kann. Die Kreuzung der Leitungen muss daher hinter dem letzten
Gerät liegen, vor dem zweiten Rechner. Es ist allerdings dann
nur möglich, die angeschlossenen Geräte von einem Rechner
aus anzusprechen, und zwar von jenem, auf dessen Seite das normale
Kabel sich befindet.
Ähnlich verhält es sich, wenn eine Umschaltbox verwendet
wird, an die mehrere Drucker oder andere über parallele Kabel
angesprochene Geräte gehängt werden können: Das Kabel zwischen
dem ersten Rechner und der Umschaltbox muss ein normales Kabel
sein, desgleichen müssen alle Geräte wie Drucker, Scanner,
externe Laufwerke usw. über normale Kabel mit der Umschaltbox
verbunden werden. Ein gekreuztes Verbindungskabel muss hingegen
zwischen der Umschaltbox und dem zweiten Rechner vorhanden
sein.