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Wie kann ein Netzwerk beschleunigt werden?

Die erste und wichtigste Massnahme besteht im Umstieg auf ein schnelleres Verbindungssystem. Serielles Kabel ist die langsamste Verbindung, Infrarot-Übertragung ist derzeit gleich schnell. Paralleles Kabel ist schneller. Ein 10Mbit-Netzwerk ist sehr viel schneller, und noch schneller ist ein 100Mbit-Netzwerk. Sofern bei der Anschaffung schon gewisse Vorkehrungen getroffen wurden, ist eine Aufrüstung von 10- auf 100Mbit-Netzwerk später leicht möglich. Wenn z. B. die Netzwerkkarten und Kabel bereits 100Mbit-tauglich sind, aber anfangs aus Kostengründen nur ein 10Mbit-Hub angeschafft wurde, dann reicht es, den Hub (bzw. Switch) durch ein schnelleres Gerät zu ersetzen. Switch statt Hub beschleunigt das Netzwerk übrigens ebenfalls in gewissem Masse. Von diesen Massnahmen abgesehen, gibt es einige Kniffe, mit denen die Verbindungsgeschwindigkeit etwas verbessert werden kann. So gehört dazu eine optimale Konfiguration, das Installieren der jeweils neusten eigens für die betreffenden Komponenten entwickelten Treiber, der Einsatz besserer Programme (z. B. ist eine parallele Verbindung mittels Interlink schneller als mit der Windows-PC-Direktverbindung) oder spezieller Netzwerkbetriebssysteme statt der in den PC-Betriebssystemen eingebauten Netzwerkkomponenten u. dgl. Etwas Geschwindigkeit lässt sich auch gewinnen, indem überflüssige Netzwerk-Protokolle entfernt werden. Beim Installieren werden die Protokolle standardmässig an alle Komponenten gebunden, es empfiehlt sich daher, Bindungen an überflüssige Komponenten auszuschalten. Es ist z. B. sinnlos, das IPX/SPX-Protokoll an den DFÜ-Adapter zu binden, wenn bloss Internet-Verbindungen hergestellt werden sollen, die ohnehin mit TCP/IP arbeiten. Auch TCP/IP muss nicht an die Netzwerkkarte gebunden sein, wenn das Netzwerk mit einem andern Protokoll läuft. So kommen einander die Protokolle bloss in die Quere. IPX/SPX läuft übrigens in kleineren Netzwerken meist etwas schneller als TCP/IP. Sodann kann auch durch die Aufstellung der Geräte ein kleiner Geschwindigkeitsvorteil erreicht werden. Eine Verbindung kann nicht schneller arbeiten als die beteiligten Festplatten. Sind die Festplatten zu langsam, nützt eine schnellere Verbindung nichts. Man kann z. B. einmal eine Verbindung über paralleles Kabel mit dem Programm WindowsCommander installieren und eine Datei von wenigstens 1MegaByte in beide Richtungen übertragen. Nicht selten wird man feststellen, dass die Übertragung in der einen Richtung leicht schneller ist. Das liegt dann meistens daran, dass der eine PC etwas schneller läuft bzw. eine schnellere Festplatte hat. Die Verbindung kann nicht schneller laufen, als die Quelle die Daten überträgt, und ebenfalls nicht schneller, als das Ziel sie annimmt. Wird nun von einem schnellen Rechner auf einen langsamen übertragen, kann es zu Staus kommen. Wird umgekehrt von einem langsamen auf einen schnellen Rechner übertragen, so kann dieser schnelle Rechner die eintreffenden Daten auf jeden Fall annehmen, es kommt nicht zum Stau. Unter Umständen kann also eine andere Anordnung, die die Geschwindigkeiten der Rechner und ihrer Festplatten berücksichtigt, den gesamten Verbund, gleich welche Verbindungsmethode gewählt wurde, schneller machen. Grosse Geschwindigkeitsgewinne lassen sich allerdings mit den eben genannten Methoden nicht erzielen.


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Axel Mueller 2002-01-01