Prinzipiell lassen sich Netzwerke auch mit Telephonleitungen realisieren. Doch ist das eine schlechte Wahl. Ich selbst habe Erfahrung mit einer Netzwerkverbindung, die zwischen zwei entfernten Gebäuden über eine alte, nicht mehr genutzte Telephonleitung läuft. Das Telephon-Kupferkabel ist eine sehr langsame, wenig leistungsfähige Verbindung, und entsprechend langsam läuft die Verbindung zwischen den beiden Gebäuden. Daher empfiehlt sich diese Methode nicht, es sei denn, es lägen besondere Gründe vor, die andere Verbindungen ausschliessen. Mit einer ISDN-Verbindung sieht es hingegen schon besser aus, aber auch hier sind die Geschwindigkeiten verhältnismässig bescheiden, der professionelle Installationsaufwand, der nötig wird, um die Verbindung einzurichten, dürfte sich daher in den wenigsten Fällen lohnen. Schon interessanter ist die umgekehrte Lösung: Netzwerkkabel enthalten mehrere Adern, von denen in privaten Netzwerken nicht immer alle benötigt werden. Sofern zwei Adern frei bleiben, lässt sich über diese eine Telephonverbindung legen, die nicht schlechter arbeitet als über Telephonkabel. Wenn man etwa zugleich auch ein Haustelephonsystem einrichten will, so ist diese Lösung u. U. interessant, spart man doch die Verlegung eines zweiten Kabelsystems. Professionelle Installation ist jedoch auch hier Voraussetzung. Dennoch wird von dieser Methode abgeraten, sofern nicht wirklich wichtige Gründe vorliegen. Denn da zwei Adern des Netzwerkkabels fürs Telephon genutzt werden, lässt sich das Netzwerk später nicht mehr auf eine höhere Geschwindigkeit erweitern, auch ist die an sich sinnvolle Trennung der Systeme (Netzwerk einerseits, Telephonanlage anderseits) aufgehoben, so dass Änderungen am einen System immer auch das andere beeinträchtigen.