Ein Gateway verbindet Netzwerke, ähnlich wie ein Router, jedoch Netzwerke von verschiedenem Typ oder sogar Netzwerke und ganz andersartige Kommunikationsdienste. Im Prinzip liegt schon eine Art Gateway vor, wenn in einem Netzwerk ein Modem freigegeben ist, über das alle angeschlossenen Rechner Faxe versenden können. Gateways gibt es jedoch auch für viele andere Arten der Verbindung sehr verschiedener Netzwerktypen bzw. Kommunikationsdienste. So ist es z. B. möglich, elektronische Post aus einem Netzwerk über ein Gateway als SMS auf ein Mobiltelephon zu verschicken oder umgekehrt eine SMS von einem Mobiltelephon als elektronische Post an eine Adresse in einem Netzwerk. Oder eine Faxsendung kann als Bild-Datei an eine e-Mail-Adresse in einem Netzwerk versandt werden usw. usf. Gateways können also sehr interessante und nützliche Verknüpfungen unterschiedlicher Kommunikationsdienste bieten, die teilweise auch im privaten, häuslichen Netzwerk durchaus von Vorteil sein können. Dabei findet in einem Gateway charakteristischerweise stets eine »Ü bersetzung« statt. Ein Router zwischen zwei TCP/IP-Netzwerken tut im Grunde nichts anderes, als dass er die aus dem einen Netzwerk eingehenden Pakete für das andere Netzwerk auffängt, prüft, mit einer neuen Adresse versieht und ins andere Netzwerk losschickt. Dem Inhalt eines Datenpaketes widerfährt dabei nichts, er bleibt unverändert. Nicht so in einem Gateway. Im - relativ einfachen - Fall eines SMS/e-Mail-Gateways, wie oben erwähnt, muss das Gateway verschiedenes tun: So liegen die Nachrichten in zwei verschiedenen »Sprachen« vor, die e-Mail-Daten sind normalerweise in dem Format MIME codiert, die SMS-Meldungen hingegen in einem Code namens UCP. Das Gateway muss nun zuerst aus einer MIME-Meldung die Adressdaten heraussuchen, dann den eigentlichen Mitteilungstext herauslesen. Dieser muss nun Zeichen für Zeichen nach UCP übersetzt werden. Dann fügt das Gateway die Adress- und Steuerinformationen hinzu. Nun ist die SMS-Meldung fertig, sie muss jetzt noch über einen Zugang an das SMSC, die SMS-Versandzentrale des jeweiligen Mobiltelephon-Netzbetreibers versandt werden. Nun stellt sich noch ein weiteres Problem: Meldungen im MIME-Format können fast beliebig lang werden, SMS-Meldungen jedoch nur 160 Zeichen lang sein. Das Gateway muss also z. B. eine längere Meldung auf soviele SMS-Meldungen aufteilen, bis sie vollständig versandt werden kann. Zudem muss auch immer eine laufende Nummer beigefügt werden, so dass der Empfänger die Meldungen in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenfügen kann. Gateways arbeiten also meist viel komplizierter als Router, und für manche Verknüpfungsaufgaben sind professionell eingerichtete Speziallösungen erforderlich, für andere, weiter verbreitete hingegen gibt es Standard-Lösungen.