Erste Voraussetzung ist, dass ein Infrarot-Port, auch mit der Bezeichnung IrDA versehen, zur Verfügung steht. Bei modernen Notebooks ist oft schon ein Infrarot-Port eingebaut, für andere PCs ist es möglich, einen Infrarot-Port zu kaufen, der an einen vorhandenen seriellen Port angeschlossen wird, ein sog. Infrarot-Dongle. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist dann aber maximal so hoch wie die Höchstgeschwindigkeit des seriellen Ports. In der Praxis wird aber ein Infrarot-Port meistens ohnehin wie ein serieller Port behandelt, so dass dies keinen Nachteil bedeutet. Nach dem Standard IrDA 1.0 oder 1.1 laufen Infrarot-Ports ohnehin nur mit maximal 115'200 baud, also gleich schnell wie die üblichen seriellen Ports. Erst der neuere Standard IrDA 2.0 macht wesentlich höhere Geschwindigkeiten möglich, was aber nur zwischen zwei IrDA 2.0-Ports, deren Geschwindigkeiten auch durch die verwendeten Treiber und Programme unterstützt werden, wirklich funktioniert. Das ist in der Praxis aber bisher noch nicht sehr verbreitet. Der Infrarot-Port ist an sich ein intelligentes Gerät, das mit einem anderen Infrarot-Port alle wichtigen Einstellungen selbst regeln kann. Die Art der Verbindung, die Geschwindigkeit, das Übertragungsprotokoll usw. steuern die beiden Ports selbst, sobald sie einander einmal erkannt haben. Grundsätzlich ist daher keine grosse Konfiguration nötig. In seltenen Fällen, wenn z. B. ein Infrarot-Port nach dem IrDA-Standard 1.0 und einer nach dem Standard 2.0 Kontakt aufzunehmen versuchen, kann es vorkommen, dass Probleme entstehen und im Infrarot-Monitor eine maximale Geschwindigkeit, mit der beide Ports einwandfrei arbeiten können, festgelegt werden muss (Für das Vorgehen beim Ermitteln der höchsten gemeinsamen Geschwindigkeit gilt, was oben zum selben Problem bei normalen seriellen Anschlüssen gesagt wurde). In der Praxis unterstützt jedoch meist die Software nicht alle Möglichkeiten und schon gar nicht die maximal erreichbaren Geschwindigkeiten; die Software-Unterstützung von Infrarot-Ports stellt das grosse Problem dieser Verbindungsart dar. In Windows ist eine Infrarot-Unterstützung eigentlich nicht vorgesehen. Erst für Windows95 OSR 2 gibt es einen Infrarot-Treiber, der auch auf den Seiten von Microsoft aus dem Internet geladen werden kann. Ein Treiber ist ausserdem in Windows98 vorhanden, der aber anders ausgerichtet ist als der Windows95-Treiber. Zum Glück lässt sich der Windows98-Treiber deinstallieren und problemlos durch den Windows95-Treiber ersetzen, wenn es erforderlich wird. Für die WindowsNT-Verwandtschaft gibt es keinen Treiber von Microsoft, jedoch ist im Internet ein Treiber von dritter Seite erhältlich. Infrarot-Unterstützung gibt es teilweise auch für Windows 2000, doch ist diese zu den anderen Windows-Versionen in vielem nicht kompatibel. (Für das Mac-OS wird übrigens Infrarot-Unterstützung heute erst allmählich angeboten.) Alle Windows-Treiber-Versionen haben gemeinsam, dass sie nachträglich installiert werden müssen. Unter Windows95 geschieht dies unter Systemsteuerung/Hardware. Spezielle Treiber von dritter Seite werden meist wie Programme installiert. Mit der Installation der richtigen Treiber ist eigentlich die Hauptarbeit getan. Weil ein Infrarot-Port eine Verbindung eigener Art bietet, lassen sich damit viele verschiedene Arten der Verbindung bilden. Ein PC mit Infrarot-Port kann so z. B. mit einem anderen infrarotfähigen Rechner Verbindung aufnehmen, einen Drucker mit Infrarot-Port ansprechen, ein infrarotfähiges Mobiltelephon konfigurieren oder über dieses mobile Wählverbindungen aufbauen und wie über Modem und Festnetz Daten austauschen oder aber auch mit Palmtops und Organizern Daten synchronisieren. Bereits gibt es auch digitale Kameras mit Infrarot-Port. Die Hersteller solcher Geräte liefern teilweise auch eigene Software mit, so dass man auf die etwas klapprige Windows-Unterstützung verzichten kann. Die Windows95-Unterstützung installiert die Treiber und den Infrarot-Monitor in der Systemsteuerung sowie (wenn eingeschaltet) in der Task-Leiste. Wenn alles funktioniert hat, sollte sich im Gerätemanager ein zusätzlicher paralleler Port sowie ein zusätzlicher serieller befinden. Diese beiden Anschlüsse gibt es eigentlich nicht, sondern sie sehen gegenüber normalen Programmen wie ein paralleler oder serieller Anschluss aus, werden aber von Windows auf den Infrarot-Port umgelenkt. Normalerweise handelt es sich um LPT3: und COM4:, und so lässt sich ein infrarotfähiger Drucker ganz einfach ansprechen, indem der Druckauftrag an LPT3: geschickt wird. Verbindungen zu einem andern Rechner lassen sich auf diese Weise ebenfalls ganz einfach herstellen, indem einer der Anschlüsse, die auf den Infrarot-Port umgeleitet werden, angegeben wird. So lässt sich z. B. eine Terminalverbindung über den Infrarot-Port herstellen, indem der »serielle« Port 4 angegeben wird, der tatsächlich aber auf den Infrarot-Port umgelenkt wird. Auch eine Verbindung über die PC-Direktverbindung lässt sich so ganz einfach herstellen, indem alles gleich gemacht wird wie bei einer seriellen oder parallelen Kabelverbindung, nur dass diese durch die Infrarot-Verbindung ersetzt wird. Solange der Infrarot-Port eingestellt ist, sucht er alle paar Sekunden (das Intervall lässt sich im Infrarot-Monitor einstellen) nach einem anderen Infrarot-Gerät, zu dem er eine Verbindung herstellen könnte. Daher empfiehlt es sich, den Infrarot-Port bei Nichtgebrauch im Infrarot-Monitor auszuschalten. Sobald ein anderes infrarotfähiges Gerät als Gegenüber erkannt worden ist und eine Verbindung zustande kommt, zeigt Windows dies übrigens in der Taskleiste an, auch eine Unterbrechung der laufenden Infrarot-Verbindung wird dort angezeigt, und zusätzlich erklingen akustische Signale. Unter Windows98 wird der Infrarot-Port nicht als parallele bzw. serielle Verbindung angesprochen, sondern als Netzwerkkarte. Dies hat eigentlich nur einen Sinn, wenn entweder tatsächlich ein Infrarot-Anschluss an ein Netzwerk vorhanden ist, über den z. B. Mitarbeiter einer Firma ihre Notebooks kurzfristig ans Netzwerk anbinden können, oder aber dann, wenn eine Netzwerk-Verbindung zwischen zwei Rechnern simuliert werden soll. Gleichwohl lassen sich auch unter Windows98 serielle und parallele Anschlüsse simulieren, die auf den Infrarot-Port umgeleitet werden, nur erfolgt dies intern nicht genau gleich wie unter Windows95. Aus dieser unterschiedlichen Einbindung in Windows95 und 98 resultieren daher Inkompatibilitäten, die es unter Umständen geraten sein lassen, den Windows98-Treiber durch den für Windows95 zu ersetzen. Es gibt ferner einen eigenen Netzwerk-Treiber für den Infrarot-Port. Dieser wird in der Systemsteuerung im Modul »Netzwerk« installiert. Dazu muss auf »Hinzufügen« geklickt werden, in der darauf erscheinenden Auswahl muss als Hersteller Microsoft und unter diesem der »IrDA-LAN-Treiber« gewählt werden. Damit lässt sich jeder Infrarot-Port wie eine Netzwerkkarte ansprechen. Diese »Netzwerkkarte« wird grundsätzlich gleich wie eine richtige Netzwerkkarte konfiguriert, braucht ein Netzwerkprotokoll usw., bloss erfolgt die Verbindung nicht über Netzwerkkabel, sondern über den Infrarot-Port. Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es inzwischen auch ein Programm gibt, das über den Infrarot-Port Fernseher, Videogräte, Stereoanlagen u. dgl. Geräte fernsteuern kann.